Onboarding 100 Tage
Die kritische Phase
Die ersten hundert Tage in einer neuen Führungsrolle entscheiden selten über Erfolg oder Misserfolg im engeren Sinn. Sie entscheiden darüber, welchen Handlungsspielraum eine neue Führungskraft sich später noch erarbeiten kann. Wer in dieser Phase zu schnell zu viel verändert, verliert Vertrauen im Team. Wer zu vorsichtig ist, wird als Übergangslösung gelesen, bevor das erste Quartal vorbei ist.
Die meisten neuen Führungskräfte bekommen in dieser Phase viele operative Einweisungen — Systeme, Prozesse, Ansprechpartner. Was fehlt, ist häufig ein Raum, in dem die eigentliche Frage gestellt werden kann: Wie will ich hier führen, und woran werde ich in sechs Monaten selbst merken, ob es funktioniert?
Was wir konkret tun
Wir beginnen vor oder unmittelbar nach Amtsantritt mit einer Standortbestimmung: Erwartungen des Unternehmens, eigene Vorstellung von Führung, erste Einschätzung der Teamdynamik. In den folgenden Wochen begleite ich die konkreten Entscheidungssituationen, die in dieser Phase typischerweise anfallen — die erste Teamsitzung, die erste Personalentscheidung, das erste schwierige Gespräch mit dem eigenen Vorgesetzten.
Nach 100 Tagen steht ein dokumentiertes Standortgespräch: Was hat sich bewährt, was nicht, welche Muster zeigen sich bereits. Diese Dokumentation bleibt zwischen Führungskraft und mir — ein Ergebnis gegenüber Dritten wird nicht zugesichert.
Nach den 100 Tagen
Das Standortgespräch am Ende der 100 Tage ist kein Abschluss im Sinne eines fertigen Urteils, sondern ein Zwischenstand. Manche Führungskräfte entscheiden sich danach für ein anschließendes Sparring-Format, um die begonnenen Themen weiterzuverfolgen. Andere beenden die Begleitung bewusst an diesem Punkt — beides ist ein gültiges Ergebnis, kein Zeichen für mehr oder weniger Erfolg.
Auf Wunsch des Unternehmens kann ein kurzes, mit der Führungskraft abgestimmtes Feedback auch an HR gehen — nie ohne deren ausdrückliches Einverständnis, und nie mit Inhalten aus den vertraulichen Einzelsitzungen selbst.
„Die ersten hundert Tage entscheiden nicht über Erfolg oder Misserfolg — aber sie entscheiden, welche Fragen man später noch stellen darf." — Dr. Marcus Berger



Programmleitung: Dr. Marcus Berger