← Themen Thema 03

Rollen­wechsel

Einzelcoaching · 10–12 Sitzungen

Ruhiger Arbeitsplatz für Reflexion in einer Übergangsphase

Die alte Rolle loslassen

Ein Rollenwechsel klingt nach einem Neuanfang, fühlt sich in den ersten Wochen aber oft wie ein Verlust an. Die frühere Rolle hatte klare Regeln: Als Fachexpertin wusste man, wann man gut war. Als Führungskraft ist die Antwort plötzlich unklar — der Erfolg zeigt sich nicht mehr in der eigenen Arbeit, sondern in der Arbeit anderer. Das braucht Zeit, um sich richtig anzufühlen.

Bei einem Wechsel in die Selbstständigkeit ist der Verlust oft konkreter: der wegfallende Kollegenkreis, die Struktur eines Arbeitstags, den jemand anderes vorgegeben hat. Auch hier gilt: Bevor die neue Rolle Substanz bekommt, muss die alte anerkannt und bewusst verabschiedet werden — sonst zieht sie unbemerkt weiter mit.

In der neuen ankommen

Der zweite Teil der Arbeit ist konkreter: Welche Handlungen gehören jetzt zu deiner Rolle, welche nicht mehr? Eine neue Führungskraft muss lernen, eine Aufgabe abzugeben, ohne sie heimlich nachzuprüfen. Eine frisch Selbstständige muss lernen, ihre Zeit zu verkaufen, ohne sich dabei kleinzumachen.

Nach 10 bis 12 Sitzungen berichten die meisten Klientinnen und Klienten, dass sich die neue Rolle nicht mehr "angezogen" anfühlt, sondern wie die eigene — mit einem eigenen, klar umrissenen Verständnis davon, was dazugehört und was nicht.

Die ersten Wochen

Besonders die ersten vier bis sechs Wochen in der neuen Rolle sind entscheidend — nicht, weil in dieser Zeit schon alles gelingen müsste, sondern weil sich hier zeigt, welche Reflexe aus der alten Rolle mitgekommen sind. Eine frisch beförderte Führungskraft, die sich in der ersten Teamsitzung dabei ertappt, wieder die fachlich beste Lösung selbst vorzuschlagen statt sie im Team entstehen zu lassen, ist damit nicht gescheitert — sie hat nur den ersten konkreten Moment gefunden, an dem sich etwas üben lässt.

Wir besprechen solche Momente zeitnah, oft innerhalb der gleichen Woche, damit die Beobachtung nicht abstrakt bleibt, sondern an einer echten Situation hängt, die noch frisch im Gedächtnis ist.

„Ich habe geglaubt, ich müsste als Führungskraft ein anderer Mensch werden. Ich musste nur eine andere Aufgabe verstehen." — aus einem anonymisierten Coaching-Prozess